Titelbild Solarfarming

Solaranlage auf dem Dach – Auswertung Juli 2020

Vorgeschichte

Wenn ich zurückblicke, sind es nun schon über 3 Monaten, die meine PV-Anlage auf dem Dach Strom produziert. Die geerntete Energie wird zu einem geringeren Teil selbst verbraucht und der Großteil speist fleißig das öffentliche Stromnetz.

Nach dem Motto „Ich werde Sonnenlichtfarmer“ stieg ich mit meinem ersten Beitrag „Errichtung und Einrichtung der Anlage“ in dieses Thema ein. Mit dem 30.04.2020 ging die Photovoltaikanlage schließlich in Betrieb und produziert seitdem stetig Energie.

Mit der Inbetriebnahme der Anlage sollte allerdings das Thema nicht abgehakt sein. Denn als Ökonom sind mir natürlich auch die wirtschaftlichen Aspekte wichtig.

Auswertungshistorie

Vor Beauftragung der Anlage wurden von unserem AV-Anlagenbauer Hochrechnungen zur Erzeugung von Strom erstellt und daraus eine Gewinn- und Verlustrechnungen mit diversen Szenarien abgeleitet. Natürlich steht und fällt beim Betrieb einer Solaranlage alles mit dem Ertrag, denn die Kosten sind weitgehend fix. Hier sind Versicherungen und die jährliche Abschreibung zu nennen. Um den Ertrag punktgenau erkennen und berechnen zu können, gibt es das hervorragende und leicht zu bedienende Auswertungsmodul des Wechselrichters von Fronius. Denn nach wenigen Klicks hat man alle benötigten Daten übersichtlich auf seinem Bildschirm.

Mit dem Monat Mai 2020 ließ sich dann meine erste Auswertung anfertigen. Und wie es sich für einen Einstiegsmonat gehört, war der Mai sehr ertragreich. Es gab viele Sonnentage und der Wechselrichter hatte einiges zu tun. Der Gleichstrom wollte ja in Wechselstrom umgewandelt werden. Das Ergebnis wurde festgehalten in meinem Beitrag Solaranlage auf dem Dach – Auswertung Mai 2020.

Der darauffolgende Monat Juni 2020 war dann eher durchwachsen. Obwohl der Juni aufgrund des Sonnenstands die längsten Tage hatte, war der Ertrag nicht so gut wie im Monat zuvor. Die genauere Darstellung des Ergebnisses ist nachzulesen unter Solaranlage auf dem Dach – Auswertung Juni 2020.

Nun steht der Juli 2020 zur Auswertung an. Gefühlt mit viel Sonne, aber auch einigen richtig schlimmen Regentagen. Mal schauen was die nackten Zahlen sprechen.

Monatsauswertung Juli 2020 (dritter Betriebsmonat)

Stromerzeugung

Ich hätte es nicht gedacht, aber der gefühlt sehr durchwachsene Juli war letztendlich sehr ertragsreich. Denn reine Sonnentage gab es sehr wenige. Es war vielmehr oft bewölkt und überwiegend trocken. Die Fakten, also die Auswertung des Fronius-Wechselrichters, zeigen hingegen sehr deutlich, dass nicht nur die reinen Sonnentage produktiv sind. Auch bewölkte Tage haben durchaus ihren Reiz und Ertrag. Im Ergebnis wurden durch meine neue PV-Anlage an 31 Tagen 2.215 Kilowattstunden Strom produziert.

Stromerzeugung der PV-Anlage im Monatsvergleich

Von diesen sind fast identisch mit dem Mai 337 kWh direkt in den Eigenverbrauch geflossen, sodass die Differenz von 1.882 kWh ins Netz eingespeist worden ist. Diese eingespeiste Menge bedeutet einen Ertrag von ca. 170 Euro netto. Eigenverbrauchsanteil knapp 15 Prozent.

Betrachtet man sich die Erzeugungswerte der einzelnen Tage, waren die Tage recht inhomogen zueinander. Sehr schwachen Tagen mit Produktionsmengen von unter 20 kWh folgten starke mit über 80 kWh. Nur 3 Tage (21. bis 23.07.) reichten annähernd an das Optimum von 100 kWh heran. Umso erstaunlicher, dass damit solche eine große Menge an Strom erzeugt wurde.

Stromerzeugung im Juli 2020 nach Tagen

Stromeigenverbrauch

Schaut man sich die nachfolgende Grafik an, sieht man, dass in den ersten Monaten Betriebsdauer (der August ist bis dato noch nicht abgeschlossen) der Eigenverbrauch nahezu auf einer Ebene liegt. Nach dem Vormonat Juni mit einem Verbrauch von 320 kWh wurden im Juli 334 kWh verbraucht. Der Mehrverbrauch ergibt sich dadurch, dass der Juli einen Tag mehr aufweist.

Stromverbrauch absolut - unterteilt in extern bezogenen und selbst erzeugten Strom
Stromverbrauch absolut – unterteilt in extern bezogenen und selbst erzeugten Strom

Die selbstgenutzten 334 kWh kosten nichts, müssen allerdings später in der Steuerberechnung mit der angefallenen Umsatzsteuer angesetzt werden.

Verbrauch Gesamt

Ohne Berücksichtigung des erzeugten und davon genutzten Stromanteils wurden im gesamten Haus im Monat Juli insgesamt 519 kWh verbraucht. Tag und Nacht. Legt man den vom Netzbetreiber gezogenen Anteil von 185 kWh gegen die 334 kWh selbst produzierte Einheiten, ergibt dies einen Autarkiegrad von 64 %. Damit liegen wir fast identisch zum Vormonat (63 %). Wir haben uns gemäß vorliegender Grafik auf einem Verbrauchslevel eingependelt, das nur aufgrund der unterschiedlichen Produktion in der prozentualen Zusammensetzung ein wenig Schwankung aufweist.

Stromverbrauch Juli 2020 nach Monaten
Stromverbrauch Juli 2020 nach Monaten

Bleibt abzuwarten, wie die die stromintensiven „dunklen“ Monate auf unsere oben aufgeführten, sehr positiven Werte Einfluss haben.

Rentabilität

Bei all den schön anzusehenden Bildern und Erläuterungen ist natürlich für den Ökonomen in mir besonders interessant, wie unsere Anlage im Juli monetär abgeschnitten hat. Und dies ist durchaus erfreulich. Lagen wir noch im Juni bei 138 €, die wir für das Einspeisen ins Netz bekommen werden, wurde im Juli Strom im Wert von 169 Euro ins öffentliche Netz eingespeist.

Rentabilität der PV-Erzeugung - vor Abzug der fixen Kosten
Rentabilität der PV-Erzeugung – vor Abzug der fixen Kosten

Selbstverständlich sind die reinen Erträge keine Gewinne. Der Gewinn muss vorbehaltlich aller Kosten, die wir diesem Wert gegenüberstellen müssen, gesehen werden. Dies soll dann Gegenstand in meinem letzten Beitrag in 2020 zu diesem Thema sein. Zur Aufbereitung der Unterlagen zum Jahresabschluss werde ich die Rentabilität in der Gesamtschau in zahlreichen Tabellen gegenüberstellen, analysieren und in Wort und Bild erläutern. Dann mit allen Fix- und variablen Kosten der Anlage.

Kritische Würdigung

Mit dem August neigt sich der meteorologische Sommer nun dem Ende zu. Auch wenn (hoffentlich) ein goldener Herbst ansteht, werden wir die sommerlichen Ertragswerte nicht mehr erreichen. Jetzt gilt es, im August noch reichlich Reserven zu sammeln, die dann die dunklen, ertragsarmen Monate ausgleichen. Immerhin möchte ich ja am Ende des Jahres zumindest ein ausgeglichenes Ergebnis zzgl. des selbstgenutzten Stroms erreichen.

Also kräftig Daumen drücken und sich über jeden Sonnentag freuen.

Ergänzende Info

Nach nunmehr knapp vier Monaten Betriebsdauer ist die letzten Tage auch der Bescheid des Stromanbieters OsthessenNetz eingetroffen. In diesem wird der monatlich von ihnen gezahlte Betrag aufgeführt, der auf mein Konto fließt. Auf dem ersten Blick wirkt dies sehr vorsichtig geschätzt. Ich hatte mir eigentlich mehr versprochen und die Zahlen des Wechselrichters sprechen auch von deutlich mehr. Allerdings sind hier keinerlei Kosten aufgeführt, nur der Zahlbetrag. Ich denke, die Kosten des Betreibers werden sicherlich in den Auszahlungsbetrag einfließen.

Gewissheit wird Anfang nächsten Jahres die Jahresendabrechnung bringen. Hier heißt es, etwas Geduld aufbringen.

Also nicht viel Ertrag bisher, aber immerhin etwas. Es fließt nun ein kleiner Betrag regelmäßig auf mein Konto. Die Amortisation beginnt…

Links

Auswertung August 2020

Hauptmenü

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.